110 Jahre Lüneburger SK: Das Jahr 1901

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Der Gedanke zur Gründung eines Fußballvereins in Lüneburg taucht bei einem Spaziergang nach Bardowick auf, wohin sich in dieser Zeit die Lüneburger Jugend recht oft begab.

1. April: 14 Männer, und zwar Gustav Behr, Alfred Bellmann, Heinrich Bergmann, Wilhelm Dittmar, Carl Fricke, Rudolf Hoenemann, Franz Kotelmann, Karl Lüdemann, Heinrich Niebuhr, Carl Plinke, Reinhold Schlachta, Friedrich Schnaar, Heinrich Schröder und Hugo Zinke, alles junge Kaufleute, Handwerker und Lehrlinge sowie Schüler, gründen in Lüneburg im Hotel Zum weißen Roß, Am Sande 11, den Lüneburger Fußballclub (L.F.C.). Zum ersten Präsidenten wird Carl (Corl) Plinke gewählt.

Ein Statut, das mehrere Paragraphen umfasst, wird aufgestellt. Später wird es als Satzung bezeichnet und im Laufe der Jahre immer wieder überarbeitet. Die Klubfarben sind rot-blau-weiß. Sie entsprechen den Lüneburger Stadtfarben. Die Spieltracht ist weiß.

28. Juli: „(Fußball-Klub.) Dieser Tage hat sich hier eine Anzahl junger Leute zur Gründung eines Fußball-Klubs zusammengethan. Bei verständiger Leitung wird sich der Klub, der sich der Pflege und Förderung dieses Körper und Geist stärkenden Bewegungsspiels angelegen sein läßt, gewiss prosperiren.“

Hotel Zum weißen Roß, Am Sande 11

Gründungslokal des Lüneburger F.C

Saison Frühjahr 1901

9. Oktober: Nach der Demission von Carl Plinke wird der Lehrling Rudolf Hoenemann neuer  Präsident.

31. Dezember: Zum Ende des Gründungsjahres hat der Verein 16 Mitglieder.

Etwa alle vierzehn Tage treffen sich die Spieler sonntags auf dem Sportplatz an der Roten Schleuse (heute Campingplatz), schräg gegenüber der Radrennbahn, um  Fußball zu spielen. Es werden Partien (Spiele) zwischen den Parteien (Mannschaften) Blau und Rot ausgetragen. Eine Partie ist beendet, wenn eine Partei ein Goal (Tor) geschossen hat. Zur Unterscheidung tragen die Spieler der jeweiligen Mannschaft rote und blaue Armbinden, später Mützen oder Schärpen.

Der Sportplatz an der Rot(h)en Schleuse unterscheidet sich, bis auf wenige abgetretene Stellen, kaum von einer normalen Wiese. Als Umkleideraum dient der Vorraum zum Schweinestall. Zu jedem Spieltag schleppen die Spieler die Torstangen von der Stadt mit und anschließend wieder zurück, oder es werden Tore durch einfache Stangen errichtet, die mit einer ausgedienten Wäscheleine verbunden werden.


Spieler der Parteien Blau und Rot in der Saison Frühjahr 1901:Behr, Bellmann, Bergmann, Dittmar, Fricke, Hoenemann, Kotelmann, Lüdemann,
Meyer, Niebuhr, Plinke, Schlachta, Schnaar, Schröder, Zinke.